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Ernährung in der Yogapraxis

„Aus Nahrung geboren sind die Geschöpfe. Alle, wie sie auf Erden sind, durch Nahrung haben sie ihr Leben. In diese gehen sie ein zuletzt. Nahrung ist der Wesen ältestes, drum wird allheilend sie genannt.“ Taittiriya Upanishad, II,2


Wie Nahrungsmittel den Körper beeinflussen

Das Zitat stammt aus einem der ältesten Texte des Yoga, der ca. 600 v. Chr. entstand. Schon damals fanden die Yogis durch genaues Beobachten heraus, dass Nahrungsmittel und Gewürze über eine bestimmte Grundeigenschaft verfügen, die im Yoga guna genannt wird. Die Yogameister bemerkten, dass ihre Studenten nach dem Verzehr bestimmter Speisen schnell matt und schläfrig wurden und dass andere Gerichte dagegen sie eher unruhig und sogar nervös machten, so als würde den Nahrungsmitteln eine jeweils eigene Energie innewohnen, die sich nach ihrem Verzehr im Menschen entfaltet.

Heute wissen wir, dass scharfe Gewürze Inhaltsstoffe haben, die den Stoffwechsel stark anregen, die uns heiß machen und zum Schwitzen bringen, wie zum Beispiel Pfeffer oder Chili. Andere Inhaltsstoffe machen uns eher kühl, wie zum Beispiel Zitrusfrüchte oder aber träge und müde, wie zum Beispiel Pilze, weil sie extrem schwer verdaulich sind. Schließlich kennen wir eine Reihe von Nahrungsmitteln, die gewissermaßen neutral in ihrer Wirkung sind und den Körper nur ganz wenig zu belasten scheinen, wie die meisten gedämpften Gemüse und gekochten Getreide sowie viele Milchprodukte.
Hinsichtlich der Grundeigenschaft (guna) eines Nahrungsmittels werden drei große Gruppen unterschieden:

  • rajas – bewegt, aktiv, heiß
  • tamas – unbewegt, ruhend, kalt
  • sattva – rein, klar, ausgeglichen.
Ernährungstipps der Yogis

Yogameister wünschen sich, dass die Nahrung den Übenden hilft, rein klar und ausgeglichen zu werden, denn die Substanzen sollen die Wirkung der Yoga-Übungen unterstützen. Folglich gilt sattvische Nahrung als Grundlage für jede Yogapraxis.

  • Als Grundnahrung wird vollwertiges Getreide empfohlen, und zwar vor allem Reis, Weizen, Gerste, Hafer, Mais, Hirse und Quinoa.
  • Zweiter Grundbaustein sind Hülsenfrüchte, Mandeln, Walnüsse und Sprossen.
  • Das dritte Element sind Gemüse wie Kürbis, Blatt- und Knollengemüse (Sellerie, Kohlrabi, Rote Beete, Karotten). Sie sollten leicht gedünstet oder blanchiert genossen werden.
  • Dazu kommen Milchprodukte, und zwar vor allem Milch, Frischkäse und Joghurt sowie geklärte Butter (Ghee), die stark reinigend wirkt und die Organe gewissermaßen von innen »schmiert«.

Sattvische Nahrung ist nur schwach gewürzt und von der Tendenz eher süß. Sie braucht wenig Energie, um verdaut zu werden und liegt uns daher im wahrsten Sinne des Wortes nicht »schwer im Magen«. Ihre Nahrungsstoffe sind von unseren Verdauungsenzymen leicht aufzuschlüsseln.

In der heutigen Zeit müssen wir jedoch auch solche Nahrungsempfehlungen, die über viele Jahrhunderte hinweg unwidersprochen Gültigkeit hatten, genau überprüfen. Immer mehr Menschen leiden sowohl im Westen wie auch in Indien aufgrund der zunehmenden Umweltbelastungen an Allergien gegen bestimmte Substanzen wie Gluten oder Laktose, so dass man differenzierter betrachten muss, was jedem von uns wirklich gut bekommt.

Text und Rechte: Anna Trökes, Dezember 2012