Wie Sie entspannt üben
„Der Hatha-Yogi soll sich in einem Land niederlassen, das gut regiert wird, wo die Gesetze
des Dharma (der rechten Weltordnung) angewandt werden, wo die Nahrung im Überfluss
vorhanden ist, an einen Ort fern von allem Geschehen.“ (Hatha Yoga Pradipika, I, 12)
Das ideale Umfeld für Ihre Yogapraxis
Finden Sie in Ihrer Wohnung einen Platz, der Ihnen angenehm ist und an dem Sie ungestört
sind. Vielleicht steht ein ehemaliges Kinderzimmer leer, vielleicht haben Sie im Laufe der
Jahre Lust auf ein eigenes Schlafzimmer bekommen oder Sie entschließen sich, endlich die
Ausbaureserve unter dem Dach zu nutzen. Vielleicht aber gibt Ihnen die Suche nach einem
schönen Platz zum Üben endlich den Antrieb, einige alte Möbel zu entrümpeln und sich im
wahrsten Sinne des Wortes „Platz zu schaffen“! Denken Sie daran, dass Ballast loslassen
nicht nur bildlich gesprochen Erleichterung bringt!
Ihr Yoga-Platz sollte eine Ihnen angenehme Temperatur haben. Sie sollten ihn gut lüften
können und er sollte Ihnen vor allem Rückzug gewähren. Gut ist es, wenn Sie eine Tür hinter
sich schließen können, um so den Alltag und störende Geräusche (und Mitbewohner!)
auszuschließen. Richten Sie sich den Platz nach Ihren Bedürfnissen her. Schmücken sie ihn
mit allem, was Sie (und nur Sie!) schön finden und was Sie in Ihrem Tun unterstützt.
Gut ausgestattet: Yogahilfen und Kleidung
Für die Yogapraxis brauchen Sie eine rutschfeste Yogamatte (sticky mat). Achten Sie
darauf, dass die Matte aus möglichst natürlichen Materialien gefertigt wurde. Matten aus
billigem Plastik dünsten oft sehr stark aus, was sehr unangenehm ist, wenn Sie auf dem
Bauch liegen. Sparen Sie nicht an der Matte, denn an einer guten Qualität werden Sie lange– und auch nach vielen Maschinenwäschen – noch Freude haben. Für die Übungen im
Sitzen werden Sie wahrscheinlich ein Sitzkissen oder Sitzbänkchen brauchen. Alle
Yogamaterialien bekommen Sie im Fachhandel (z.B. unter www.bausinger.de)
Außerdem hilfreich sind:
- ein festes Kissen (ca. 20 cm hoch) oder eine feste Decke, die Sie auf diese Höhe
zusammenrollen oder zusammenfalten können, z.B. für den Schulterstand
- zwei Blöcke aus Schaumstoff oder Kork (yoga blocks), z.B. für die Dreieckshaltung
- ein Yoga-Gurt von 2,5-3 m Länge, z.B. für die Vorbeugen.
Ihre Übungskleidung sollte einen möglichst hohen Baumwollanteil mit etwas Spandex oder
Elastan aufweisen, so dass sie luftdurchlässig und dehnbar ist, ohne sich gleich ganz zu
verformen, wenn Sie sich mal richtig drehen oder biegen. Sie sollte nicht zu weit sein und
auch nicht zu eng anliegend, da beides das Üben behindert.
Yoga wird im Allgemeinen barfuss geübt. Wenn Sie zu den Menschen gehören, die ganz
schnell kalte Füße bekommen, können Sie selbstverständlich auch in gut sitzenden,
rutschfesten Sportsocken üben.
Die beste Zeit zum Üben
„Erfolg wird erreicht von denen, die üben. Wie kann jemand Erfolg erreichen, ohne zu üben?
Erfolg im Yoga kann nicht dadurch erlangt werden, indem man lediglich Bücher liest.“ (Hatha
Yoga Pradipika, I, 65)
Es gibt zwei ideale Zeitpunkte, für Ihre Yogapraxis: entweder zum Beginn oder zum Ende
des Tages.
Wenn Sie am Morgen üben, liegt der Tag noch ganz frisch und unverbraucht vor Ihnen– vom gestrigen Tag mit seinen Ereignissen getrennt durch die Stunden der Nacht. Der junge
Tag steckt voller Möglichkeiten, von denen wir am Morgen noch gar nichts ahnen. Damit wir
ihm mit wachen Sinnen, offenem Geist und guter Laune begegnen können, wird im Yoga
gleich nach dem Aufstehen noch vor dem Frühstück geübt. Spezielle für den Morgen
gedachte Übungen helfen uns, warm, wach und beweglich zu werden und die Schwere der
Nacht abzuschütteln.
Wenn Sie es vorziehen, eher am Abend zu üben, dann entweder gleich, nachdem Sie von
der Arbeit gekommen sind oder direkt vor dem Schlafengehen, denn einmal liegt das
Abendessen noch vor Ihnen und später am Abend liegt es schon eine Weile zurück.
Wenn Ihr Tag anstrengend und voller Stress war, dann üben Sie am besten gleich
nach dem Nachhausekommen. Wechseln Sie bewusst Ihre Arbeits- bzw. Alltagskleidung
gegen Ihre Yogakleidung, nehmen Sie eventuell sogar eine Dusche, um die Mühen des
Tages von sich abzuspülen! Die Yogapraxis wird Ihnen den Abstand schenken, den Sie
brauchen, um frisch und erholt in den Abend starten zu können.
Yoga im Urlaub
Dank einer großen Auswahl von Yoga-Übungsbüchern und CDs können Sie auch im Urlaub
Ihre Yogapraxis fortsetzen. Viel besser ist es jedoch, wenn Sie sich einen Yoga-Ferienkurs
gönnen. Dann werden Sie nicht nur ganz in die Übungspraxis eintauchen können und lernen, diese zu erweitern und zu vertiefen, sondern werden auch noch die angenehme Gesellschaft
(Yogis in Ferienlaune!) einer Gruppe und die schöne Landschaft genießen können. Viele, die
solche Yoga-Ferienkurse besuchen, berichten danach, dass sie sich selten so gut und vor
allem so nachhaltig erholt hätten, wie in einem solchen Urlaub.
Text und Rechte: Anna Trökes, Dezember 2008 |