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Finden Sie Ihren Yoga-Stil

„Der Hatha(Yoga) ist der schützende Raum, in der diejenigen Asyl finden, die von allen möglichen Leiden gequält werden.“ (Hatha Yoga Pradipika, I, 10)

Alle Yoga-Stile, die Körper und Atem in das Üben einbeziehen, werden zusammengefasst unter dem Begriff des Hatha-Yoga; das gilt für alte Traditionslinien wie Shivananda-, Iyengar- oder Ashtanga-Yoga, aber auch für jüngere Strömungen wie Vini-, Bikram-, Jivamukti-Yoga oder TriYoga. In dieser Übersicht finden Sie die wichtigsten Formen des Yoga, einige sind anspruchsvoller, andere sanfter. Eines aber haben alle gemeinsam: Die wichtigste Haltung ist die innere. Von ihr hängt ab, ob Yoga wirklich Yoga ist – oder einfach nur Gymnastik.

Vini-Yoga
TriYoga
Sivananda-Yoga
Kundalini-Yoga
Jivamukti-Yoga
Iyengar-Yoga
Bikram-Yoga
Ashtanga- oder Power-Yoga
Anusara-Yoga

Vini-Yoga oder Yoga in der Tradition von Krishnamacharya / T.K.V.Desikachar

Ein klassischer Hatha-Yoga-Stil und eine der beliebtesten Yogaarten in Deutschland: Gelehrt werden Bewegungsabläufe, Haltungen und Atemübungen. Bedeutsam sind Meditationsgesänge und die Philosophie des indischen Weisen Patanjali. Dieser Yogastil ist für jeden geeignet, da die Unterrichtsinhalte konsequent auf die Bedürfnisse der Teilnehmenden abgestimmt werden. Häufig wird Einzelunterricht gegeben, um therapeutisch arbeiten zu können. So können auch Schüler mit größeren gesundheitlichen Störungen (Rückenschmerzen, Bandscheibenerkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen) mit Yoga beginnen.

Lehrer des Vini-Yoga haben sich einer mindestens vierjährigen Ausbildung unterzogen und sind zu regelmäßigen Weiterbildungen verpflichtet. Sie sind sehr sorgfältig im Umgang mit gesundheitlichen Störungen geschult.

Text und Rechte: Anna Trökes, Dezember 2008


TriYoga

TriYoga’s fließende Bewegungsabläufe (Flow genannt) vereinigen Atemübungen und spezielle Handhaltungen (mudras) mit dynamischen und gehaltenen Yogahaltungen (asanas), um den Fluss der Lebensenergie zu erhöhen. Der Übungsstil ist vollständig systematisiert, angefangen von Basics bis zu Level 7. Starke Einbeziehung von Musik, Anleitung zu yogischer Lebensführung und der Yogaphilosophie. Die Abläufe werden sehr allmählich und fließend eingeübt. Die Lehrer dieser Methode sind äußerst genau in Ansage, Korrektur und zumeist auch medizinischen Grundlagen ausgebildet.


Sivananda-Yoga

Der Sivananda Yoga fußt auf einer klassischen indischen Tradition, die nicht den westlichen Bedürfnissen angepasst wurde. Geübt wird in der Regel die sogenannte »Rishikesh-Reihe«. Man sollte darauf achten, dass man schon gut erwärmt mit dem Üben der Rishikesh-Reihe beginnt! Anfänger, Bewegungsmuffel oder Menschen, die durch Krankheiten in ihrer Motorik eingeschränkt sind, sollten eher andere Yogastile praktizieren. Neben den Körper- und Atemübungen vermittelt die Lehre Hinweise zu Ethik, Enthaltsamkeit und vegetarischer Ernährung; östliche Philosophie wird von Anfang an stark einbezogen.


Kundalini-Yoga

Beim Kundalini-Yoga handelt es sich um eine sehr dynamische Übungsform, die körperlich außerordentlich fordernd sein kann, da man lange – oft drei bis fünf Minuten – in denÜbungen verweilt und dabei sehr kraftvoll atmet. Die Übungen entsprechen zudem häufig nicht unseren Bewegungsgewohnheiten. Atemübungen, Mantras (Töne wie das berühmte»Om«) und Mudras (spezielle Hand- und Körpergesten) werden stark mit einbezogen.

Durch den Einsatz von Musik und die Anfeuerung durch den Lehrer werden die Übenden angeleitet, ihre Grenzen zu erfahren, ohne sie jedoch zum eigenen Schaden zuüberschreiten. Der intensive Atem kann auch seelisch einiges in Bewegung bringen, daher ist dieser Stil nur für Menschen geeignet, die seelisch stabil sind.

Der sehr weltanschaulich geprägte Yogastil versucht, die Übenden für eine alternative, ganzheitliche Lebensführung zu gewinnen. Kundalini-Yoga legt Schwerpunkte auf Yoga für die Frau und Schwangerschaftsyoga.


Jivamukti-Yoga

Jivamukti-Yoga ist ein klassischer Hatha-Yoga. Sein Stil ist anspruchsvoll, oft begleitet von Musik und Worten zur Philosophie des Yoga. Die amerikanischen Begründer beziehen deutlich Stellung für Umweltschutz und einen veganen Lebensstil.

Der Übungsstil ist sehr fordernd und konzentriert sich auf viele Bewegungsabläufe (Flows). Es wird intensiv korrigiert. Der Jivamukti-Stil versteht sich eher als eine Yogaform für Menschen mit hoher Körperbewusstheit, Flexibilität und Kraft. Anfänger, die nicht sehr beweglich sind, können Gefahr laufen, ihre Grenzen zu schnell zu überschreiten. Der Abschluss der Lehrer dieser Form nach mindestens 200 Unterrichtsstunden orientiert sich an den Maßstäben der amerikanischen Yoga Alliance.


Iyengar-Yoga

Dieser Übungsstil legt großen Wert auf die möglichst präzise Ausführung der Yogahaltungen (asanas). Aus diesem Grund werden viele Hilfsmittel wie Gurte oder Blöcke eingesetzt; die Haltungen werden häufig korrigiert. Der Begründer Iyengar glaubt, dass seine Yogaform für alle Menschen geeignet sei, besonders für Schüler mit körperlichen Beschwerden. Anfänger empfinden den Stil oft als Herausforderung. Atemübungen gibt es nur für fortgeschrittene Teilnehmer, meditative oder philosophische Aspekte stehen eher im Hintergrund. Lehrer des Iyengar-Yoga sind hoch qualifiziert; ihre Aus- und Weiterbildung dauert viele Jahre und umfasst viele Prüfungen.


Bikram-Yoga

Intensives Körpertraining in Räumen, die bis zu 40 Grad heiß sind; mit dem Üben geht ein beträchtlicher Flüssigkeitsverlust einher. Von Bikram Choudry in Kalifornien erfunden, ist dieser Stil in den USA sehr populär; in Deutschland gibt es zurzeit nur wenige Studios, die ihn anbieten. Bikram-Yoga ist umstritten, denn der überhitzte Raum darf nicht gelüftet werden und soll – außer in Notfällen – während der Übungssequenzen nicht verlassen werden. Das bedeutet eine hohe Belastung für Kreislauf und Nervensystem.


Ashtanga- oder Power-Yoga

Ein sehr dynamischer und kraftvoller Übungsstil, der von den Übenden ein hohes Maß an Kraft und Beweglichkeit verlangt. Wird oft in Fitness-Studios angeboten und, wie Iyengar- Yoga, häufig von Männern bevorzugt. Da der Übungsstil sehr fordernd und schnell ist, ist es wichtig, dass die Trainer Aufwärmelemente anbieten, damit sich bei den Sprüngen und großen Dehnungen möglichst niemand verletzt. Die vielen Sprünge sollten nur von Menschen geübt werden, die auch stabile Gelenke haben.

Anusara-Yoga

Dieser Hatha-Yoga-Stil wurde in den 1990-er Jahren erfunden und besteht ausÜbungsreihen, Bewegungsabläufen und Atemübungen. Übungen und Unterricht sind strikt an anatomischen Kriterien ausgerichtet. Auf Grund der sehr genauen Übungspraxis ist er für jeden geeignet; in Deutschland ist er noch nicht sehr verbreitet.

 

 

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