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Yoga Wissen – Geschichte des Yoga und der Yogamatte

11.01.2019
Tiefe Ruhe für Körper, Geist und Seele spüren

Wer heute an Yoga denkt, sieht vor dem geistigen Auge fast unweigerlich sportlich-attraktive junge Frauen mit entrückt-zufriedenem Gesichtsausdruck auf einer bunten Plastik-Yogamatte. Diese Bilder werden zuhauf in der Werbung und den sozialen Medien verwendet, einfach weil ästhetisch und optisch ansprechend und dem vermeintlichen Zeitgeist entsprechend.

Wenn man ein wenig am Rad der Zeit dreht, sagen wir mal so 5000 Jahre zurück, stellt man fest, dass Yoga in seinen Ursprüngen eine ganz andere und deutlich weniger körperlich herausfordernde Ausrichtung hatte. Entwickelt im Himalaya als ganzheitliches Übungs- und Philosophiesystem ging es im ursprünglichen und traditionellen Yoga vor allem darum, Haushaltsvorstände - richtig, meistens Männer in fortgeschrittenem Lebensalter - seelisch stark und belastbar, emotional friedlich und ausgeglichen sowie körperlich gesund und leistungsfähig zu erhalten. Gelehrt wurde Yoga vor allem von lebenserfahrenen und älteren spirituellen Meistern welche neben dem Yoga-Unterricht auch für die Schulbildung des Nachwuchses und als Ratgeber bei örtlichen Streitigkeiten herangezogen wurden. Bezahlung wurde nach dem Dana-Prinzip vorgenommen: die Einzelnen sowie die Dorfgemeinschaft gaben, was sie meinten für die Leistung des Lehrers angemessen sei sowie was sie selber entbehren konnten. Oftmals waren das Naturalien wie Lebensmittel, Kleidung aber auch Dienstleistung wie Hilfe bei Bau und Instandhaltung der Hütte, Möbelbau oder Versorgung mit Wasser und Brennholz. Yoga war nicht nur eine individuell konsumierbare Selbstoptimierungs-Dienstleistung, sondern fungierte im gelebten Alltag als sozialer Kitt, der in der dörflichen Gemeinschaft einen hohen Wert und Ansehen hatte.

Der berühmte Yogaphilosoph Patanjali hatte im bekannten Yogasutra rund 200 vor Christi Geburt das Wesen des Yogasystems auf acht Hauptaspekte oder 'Arme' heruntergebrochen und beschrieben.

Der erste Arm 'Yama' beschreibt dabei die Verhaltensregeln nach Außen wie z.B. Gewaltlosigkeit, Keuschheit und Wahrhaftigkeit.
Der zweite Arm 'NiYama' beschreibt die inneren Verhaltensregeln wie Reinheit, Disziplin, Mäßigung oder Demut.
Der dritte Arm 'Asana' endlich beschreibt das, was heute unter Yoga bekannt ist - körperliche Übungen bzw. Yogastellungen.
Der vierte Arm 'PranaYama' beschäftigt sich mit der Führung und der Kontrolle des Atems, welche letzlich die Lebenskraft 'Prana' lenken kann.
Der fünfte Arm 'Pratyahara' lässt sich über die Beherrschung der Sinne sowie das Loslassen der Empfindungen aus.
Der sechste Arm 'Dharana' beschreibt das Wesen von Fokus und Konzentration.
Der siebte Arm 'Dhyana' beschäftigt sich mit dem Wesen von Meditation.
Und abschliessend der achte Arm 'Samadhi', welcher die All-Einheit und die Verwirklichung des höheren Selbst beschreibt.

Oft werden die acht Arme des Patanjali als Stufen einer Entwicklung beschrieben, letztlich sind es die verschiedenen und zusammengehörenden Aspekte einer jeder ganzheitlichen Yoga-Praxis. Zurück zum Eingang: Yoga ist somit nicht nur Körper-Ertüchtigungs-Programm, sondern vielmehr ein ganzheitliches Lebensführungssystem.

Wer durch Indien reist und dort die Möglichkeit hat, die Häuser der Dorflehrer und Yogalehrer zu besuchen merkt sofort: die alten Schul- und Yogaräume sind normalerweise keine architektonisch herausragenden Hallen, sondern meist rustikale und spartanisch eingerichtete mittelgroße Räume mit lokalen Baumaterialien wie Holz, Stein oder Stampflehmboden. Einfach rausfegen oder rauswischen, sauber.

Aus ganz pragmatischen Gründen sind deswegen die meisten traditionellen Yoga-Übungen als stationäre Halte-, Steh-, Dehn- oder Sitzübungen überliefert: der Boden war ja hart, der Platz zum Üben begrenzt. Und als Yogamatten - sofern überhaupt welche verwendet wurden - kamen Felle, Baumwollteppiche oder handgewebte Matten aus Gras, Stroh, Sisal, Kokosfasern und ähnlichen Naturmaterialien zum Einsatz. Einfach, günstig und natürlich absolut nachhaltig.

Jürgen Laske
Geschäftsführer der Bausinger Yogamanufaktur

Mehr über Jürgen Laske und die Bausinger Yogamanufaktur im Interview.

Dieser Reisebericht wurde geschrieben von: Jürgen Laske
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