Übersicht beliebter Hatha-Yoga-Stile
Hatha Yoga ist der der Oberbegriff für alle körperorientierten Yogastile. Dazu gehören unter anderem Ashtanga, Iyengar oder Power-Yoga. Hatha bedeutet Stärke oder Kraft; damit soll die Anstrengung unterstrichen werden, die notwendig ist um das eigentliche Ziel zu erreichen. Weiter wird es als Ausdruck der Einheit einander entgegen gesetzter Energien (heiß und kalt, männlich und weiblich, positiv und negativ, Sonne und Mond) gedeutet:
Die Übungen des Hatha Yoga eignen sich gut, um Verspannungen abzubauen, Kraft, Beweglichkeit und Konzentration zu schulen. Hauptbestandteile des Hatha-Yoga sind Karanas (dynamische Übungsabfolgen), um stagnierte Energien wieder zum Fließen bringen, und Asanas (statische Haltungen), um die Energien gezielt in alle Körperpartien zu lenken. Beides wird in Verbindung mit Bandhas (Energieverschlüssen) und Pranayamas (rhythmische Atemübungen) praktiziert, wodurch der gesamte Organismus harmonisiert wird.
Im Folgenden hat unserer Referent und Yoga Experte Dr. Christian Fuchs, die beliebtesten Yoga-Stile für Sie zusammen gestellt.
Vini-Yoga
Vini-Yoga ist der gebräuchliche Oberbegriff für eine Tradition, die auf den Inder T. Krishnamacharya (1888-1989) zurückgeht. Dieser gilt als "Vater des modernen Hatha-Yoga" und war maßgeblich an der Renaissance dieser Yoga-Richtung im 20.Jahrhundert beteiligt. Neben den bereits genannten Hauptschülern Krishnamacharyas (Iyengar und Pattabhi Jois) wirkt vor allem dessen Sohn T.K.V Desikachar (*1937) prägend für diese Tradition, die heute in Deutschland sehr populär ist.
Praxis: Desikachar selbst lehnt die Bezeichnung "Vini-Yoga" als Marke für einen "Yoga-Stil" ab. Vielmehr sieht er in seinem Vorgehen im Yoga-Unterricht ein didaktisches Prinzip, das vor allem zwei wesentliche Elemente beinhaltet: schrittweises Vorgehen und Teilnehmerbezogenheit. Das bedeutet konkret, dass die Yoga-Übungen in dieser Tradition vom Lehrenden an die Übenden angepasst werden. Die persönliche Lebenssituation und die körperliche, geistige und seelische Beschaffenheit des einzelnen Übenden stehen im Vordergrund. Typisch sind daher – neben Unterricht in Kleingruppen – auch Einzelunterricht mit begleitenden Gesprächen und einem individuellen Übungsprogramm. Diese Tradition legt außerdem großen Wert auf eine gründliche Ausbildung und die regelmäßige Fortbildung der Lehrenden.
Ashtanga (Vinyasa) Yoga
Ashtanga (Vinyasa) Yoga ist ein indisches Hatha-Yoga-System (hauptsächlich Asana (Körperhaltungen) und Pranayama (Atemkontrolle)) in der Tradition von Tirumalai Krishnamacharya, das heute z. B. von Angehörigen der Familie von Krishna Pattabhi Jois im Ashtanga Yoga Nilaya oder von B.N.S. Iyengar in der Sri Patanjala Yogashala (beides Schulen in Mysore, Indien) gelehrt wird. Es zählt zu den wichtigsten und ausgefeiltesten, aber auch schwierigsten Systemen des Hatha Yoga.
Praxis: Diese Methode des Ashtanga Yoga bedeutet u. a., den Atem zu synchronisieren mit sechs (in einer älteren, auch heute noch gebräuchlichen Zählweise: vier) festgelegten Serien von dynamisch ausgeführten Yogastellungen. Unterrichtet wird meist nur die Erste Serie, "Roga Chikitsa" (Sanskrit für "Krankheitsbehandlung") oder sogar nur ein Teil davon.
Iyengar-Yoga
Iyengar-Yoga wurde von dem Südinder B.K.S. Iyengar (*1918), einem Hauptschüler von T. Krishnamacharya (1888-1989), begründet und über viele Jahrzehnte weiterentwickelt. Dieser Hatha-Yoga-Stil begann sich bereits Ende der 50er Jahre im Western auszubreiten und ist heute äußerst populär.
Praxis: Im Iyengar-Stil wird sehr auf die präzise Ausführung der Körperhaltungen (asanas) geachtet, weshalb persönliche Rückmeldungen und Korrekturen durch den Lehrenden üblich sind. Typisch ist auch der Einsatz von sogenannten "Hilfsmitteln" wie Gurten oder Blöcken, die das Ausführen der Übungen erleichtern sollen. Die "Iyengar Yoga Association (IYA)" legt großen Wert auf eine hohe Qualität der Yogalehrer-Ausbildung. Bemerkenswert sind auch die – teilweise wissenschaftlich verifizierten - Erfolge der am "Ramamani Iyengar Memorial Yoga Institute (RIMYI)" in Poona durchgeführten "Medical Classes". Dort werden vor allem auch Menschen, die an chronischen Erkrankungen oder akuten Unfallfolgen leiden, mit einer individuellen Übungspraxis behandelt.
Power-Yoga
Power-Yoga bezeichnet einen Yoga-Stil, der vor allem mit dem Namen Bryan Kest (*1964) verbunden wird. Der Amerikaner war Schüler von Pattabhi Jois (1915-2009), der wiederum in der Tradition von T. Krishnamacharya (1888-1989) stand und mit dem sogenannten "Ashtanga-(Vinyasa)-Yoga" eine eigene Hatha-Yoga-Tradition begründet hat. Kest betreibt heute zwei Studios in Santa Monica (Kalifornien) und gibt regelmäßig Workshops im In- und Ausland.
Praxis: Beim Power-Yoga werden dynamische Übungsreihen geübt, bei denen einzelne Bewegungsabläufe und Haltungen fließend ineinander übergehen. Auch kraftvolle Sprünge können in den Ablauf integriert sein. Die körperlichen Voraussetzungen für die Übenden sind also nicht gering, weshalb dieser Stil auch häufig in Fitness-Studios angeboten und besonders gern von Männern wahrgenommen wird. Während Power-Yoga für viele westliche Yoga-Anhänger also vor allem eine Art "Fitness-Workout" darstellt, legt Bryan Kest großen Wert auf eine individuelle Ausrichtung und spirituelle Verankerung seines Yoga-Tuns. Er betont auf seiner Homepage wie wichtig es für den Übenden ist, das eigene Ego nicht zu "füttern" sondern zu überwinden und damit endlich nicht mehr "gegen sich selbst" zu arbeiten.
Kundalini Yoga
Kundalini Yoga ist eigentlich ein klassischer Begriff aus dem Hatha-Yoga, der sich auf das Erwecken und Transformieren der sogenannten "Schlangenenergie" (kundalini) am unteren Ende der Wirbelsäule bezieht. In der westlichen Yoga-Szene wird der Begriff heute aber für eine Yoga-Richtung verwendet, die auf Yogi Bhajan (1929-2004) zurückgeht. Yogi Bhajan stammte aus der Sikh-Tradition Indiens und verhalf dieser Religion in den USA zu offizieller Anerkennung. Der von ihm entwickelte Kundalini Yoga fußt daher ebenfalls auf sikhistischen Prinzipien, was sich z.B. schon äußerlich in der Empfehlung niederschlägt, bei Teilen der Yoga-Praxis einen (weißen) Turban zu tragen.
Praxis: "Als ganzheitliches Yogasystem umfasst Kundalini Yoga die Heiltechnik Sat Nam Rasayan, die Kampfkunst Gatka, eine yogische Ernährungs- und Lebensweise, die Großgruppenmeditation "Weißes Tantra", sowie spezielles Yoga für Schwangere und zur Geburtsvorbereitung. Der Unterricht kombiniert dynamische Übungsreihen und statische Haltungen, die teilweise minutenlang gehalten werden, mit kraftvollen Atemübungen und intensivem Mantra-Tönen. Die starke körperliche Forderung in einzelnen Übungen und die deutlich spirituell-religiöse Ausrichtung machen diesen Stil sicher nicht zu einer Angelegenheit für Jedermann. Andererseits reklamiert diese Methode eine positive ganzheitliche Wirkung auf den Menschen, die auch durch wissenschaftliche Studien bestätigt wird.
Luna Yoga
Luna Yoga ist eine international bekannte Yogarichtung und wurde von Adelheid Ohlig Anfang der 1980er Jahre entwickelt. Es verbindet traditionelle Techniken aus den altindischen Weisheitssystemen Yoga, Tantra und Ayurveda mit modernen Körpertherapien. Haltungen, Stellungen, Bewegungen und Atemlenkungen beleben Körper, Geist und Seele. Yoga bedeutet verbinden, zusammenfügen. Luna ist unser Erdtrabant, der Mond, der durch sein stetes Wandeln die Vielschichtigkeit und den Wechsel des Lebens vor Augen führt.
Praxis: Luna Yoga wirkt besonders auf die Beckenregion und trägt zur Gesunderhaltung der Sexualorgane bei. Luna Yoga Übungen fördern Fruchtbarkeiten aller Arten: die körperliche Fähigkeit des Empfangens und Zeugens wird angeregt; schöpferische Kräfte werden aktiviert, die eigene Kreativität kommt klarer zum Vorschein. Regelmässiges Luna Yoga üben kann Störungen der Funktionen der Geschlechtsorgane beheben. Luna Yoga passt sich den Menschen an. Jeder übt nach der je eigenen Tagesform und Befindlichkeit. Die Übungen dürfen leicht sein, gerade dadurch wirken sie in die Tiefe.
Hormon-Yoga
Hormon-Yoga ist die Bezeichnung für eine Yoga-Methode, die von Dinah Rodrigues (*1927) in den 1990er Jahren konzipiert worden ist. Seit 2003 gibt die Brasilianerin Workshops in ihrer Heimat und in vielen Städten Europas, vor allem auch in Deutschland.
Praxis: Ausgangspunkt für Dinah Rodrigues bei der Entwicklung ihres spezifischen Übungsansatzes waren Wechseljahrsbeschwerden bei Frauen. Sie schreibt dazu auf ihrer Homepage: "Hormonelle Yoga-Therapie ist eine natürliche Behandlungsmethode auf der Linie des energetischen Yoga, speziell für Probleme während der Wechseljahre. Sie basiert auf einer Reihe von spezifischen Übungen zur Reaktivierung der Hormonerzeugung und mildert oder beseitigt so die unangenehmen Begleitsymptome dieser Lebensphase." Zielgruppe für diese Methode sind also vor allem Frauen im Klimakterium. Für sie werden dynamische Körperübungen in Kombination mit speziellen Atemtechniken gelehrt, die das endokrine Drüsensystem stimulieren sollen. Der zweifelsfreie wissenschaftliche Nachweis für diese Wirkungen und die versprochene Osteoporose-Prophylaxe gelang bisher noch nicht. Dennoch berichten viele Übende von subjektiven Erleichterungen im Klimakterium und beim sogenannten Prämenstruellen Syndrom.
Yoga der Energie
Yoga der Energie ist die deutsche Bezeichnung für einen Yoga-Stil, der ursprünglich in Frankreich entstanden ist. Dort hatten zunächst Lucien Ferrer (1901-1964) und dann Roger Clerc (1908-1998) die Grundlagen gelegt, die anschließend von Clercs Schüler Boris Tatzky weiterentwickelt wurden. Mittlerweile hat dieser Stil auch in Deutschland eine gewisse Verbreitung gefunden.
Praxis: Wie der Name schon sagt, liegt bei dieser Methode der Schwerpunkt auf dem Energieaspekt der Yoga-Übungen, zu denen Körperhaltungen, Atempraxis, Konzentrationstechniken sowie Mantras und Meditationen gehören. Zunächst soll die bewusste Wahrnehmung der Energie geschult werden. Roger Clercs Credo dazu lautete: "Es liegen Welten zwischen einer mechanisch ausgeführten Bewegung und derselben Bewegung, die vollkommen bewusst geworden ist." Gleichzeitig streben die eingesetzten Übungen eine Verbesserung des Energieflusses im ganzen Körper und einen "Ausgleich der Polaritäten" an. In einem weiteren Schritt werden auch bestimmte Energielenkungen gelehrt und eingeübt, um die Lebensenergie (prana) noch gezielter kontrollieren und ausdehnen zu können. Die Lehrenden, die sich zu dieser Tradition bekennen, legen ebenfalls Wert auf fundierte Aus- und Weiterbildungen.
Jivamukti-Yoga
Jivamukti-Yoga wurde ab 1984 in New York von Sharon Gannon und David Life entwickelt, die beide u.a. Schüler von Pattabhi Jois (1915-2009) waren und sich intensiv für Tierschutz und vegetarische Ernährung engagieren.
Praxis: Eine Übungsstunde in diesem – durch Madonna, Sting und andere berühmte Persönlichkeiten bekannt gewordenen Stil – beginnt üblicherweise mit einem gemeinsamen Tönen des Urlautes OM. Darauf folgt, begleitet von Musik, eine Reihe von Sonnengrüßen, die als "Warm-Up" dienen. Der dritte Teil der Stunde beinhaltet eine Folge von ineinander übergehenden Körperhaltungen; zunächst Standhaltungen, anschließend Vor- und Rückbeugen sowie seitliche Drehübungen. Die Stunde endet mit klassischen Yoga-Haltungen auf dem Boden und einem meditativen "Stille-Sitzen". Jivamukti-Yoga (wörtlich "der Yoga der Befreiung der Seele") gilt als körperlich anspruchsvoll und kann Ungeübte zunächst überfordern. Geübte profitieren dagegen von den kraftvollen und fließenden Bewegungen, die unter relativ hoher Muskelspannung vollzogen werden und so den ganzen Körper straffen und mit Sauerstoff versorgen sollen.
Tri-Yoga
Tri-Yoga nennt Kali Ray (*1955), die von ihr entwickelte, markenrechtlich geschützte Yoga-Methode, die sich in den letzten Jahren auch in Deutschland ausgebreitet hat. Die Amerikanerin hatte nach eigenem Bekunden in den frühen 80er Jahren ein Kundalini-Erlebnis, während dem sich bei ihr spontane Yoga-Haltungen und fließende Übungsreihen einstellten.
Praxis: Diese Kombination aus Haltungen und Bewegungsreihen, zu der auch Atemübungen (pranayamas) gehören, wurden von Kali Ray systematisiert und seither als "Tri-Yoga-Flows" bezeichnet. Die Flows folgen im Unterricht einer bestimmten "Choreografie", die aber auch Raum für eigene, spontane Impulse der Übenden läßt. Begleitet wird die Ausführung der Flows von speziell dazu komponierter "heilender Musik". Die Flows werden in sogenannte "Levels" eingeteilt. Der körperliche Anspruch steigt von Level zu Level: je höher der Level, desto dynamischer und kraftvoller werden die Flows. Auf diese Weise können die Praktizierenden, die der Methode treu bleiben, Schritt für Schritt an die höheren Stufen herangeführt und mögliche Überforderungen minimiert werden. Zudem legt die Methode Wert auf eine fundierte Ausbildung, zu der auch medizinische Grundkenntnisse gehören.
Anusara-Yoga
Anusara-Yoga nennt sich ein Hatha-Yoga-Stil, der 1997 in den USA von John Friend (*1959) begründet wurde. Abgeleitet ist dieser Stil vom Iyengar-Yoga, den Friend selbst praktiziert hat.
Praxis: Es gibt zwei Grundkennzeichen dieses Stils: Erstens wird bei allen Körperhaltungen und Bewegungsreihen auf sogenannte "universelle Prinzipien der Ausrichtung (universal principles of alignment)" Wert gelegt. Diese sollen der sitzenden Lebensweise der westlichen Menschen Rechnung tragen und erfordern vom Lehrenden genaue Kenntnisse der Anatomie, Physiologie und Biomechanik. Daraus resultiert im Idealfall eine Unterrichtsform, die sich auch gut für untrainierte Menschen eignet.
Zweitens betont Friend die positive, lebensbejahende Ausrichtung seiner Praxis, die er vom indischen Tantra ("Shiva-Shakti-Tantra") inspiriert sieht. Als Ziel der Praxis wird die "Harmonisierung mit dem Göttlichen" ("to align with the Divine") genannt. Der Stil kann daher als stark spirituell orientiert bezeichnet werden. Friend übersetzt den Begriff "Anusara" auch als "following your heart", weshalb "herzöffnende Übungen" ein zentrales Element der Übungspraxis darstellen. Dadurch sollen beim Übenden festgefahrene Denk- und Bewegungsmuster aufgelöst werden.
Sivananda-Yoga
Sivananda-Yoga steht für die Tradition, die auf Swami Sivananda Saraswati (1887-1963) zurückgeht. Dieser Inder wirkte zunächst als Arzt und wandte sich dann ganz einem spirituellen Leben zu. 1936 gründete er den "Sivananda-Ashram" in Rishikesh (Nordindien) und die international tätige "Divine Life Society". Während Sivananda einen "Yoga der Synthese" aller großen Yoga-Richtungen lehrte, machte sich einer seiner Hauptschüler, Svami Vishnudevananda (1927-1993), vor allem um die Ausbreitung des Hatha Yoga im Westen verdient. In dieser Tradition sieht sich auch der deutsche Yogalehrer Sukadev Volker Bretz (*1963), der 1992 in Frankfurt das erste Ashram eröffnete.
Praxis: Die geistige Ausrichtung des Sivananda-Yoga ist eher an der indischen Tradition orientiert. In den Ashrams gehört etwa die "Arati"-Verehrung hinduistischer Gottheiten genauso zum festen Tagesablauf wie eine strikte vegetarische Ernährung und der Verzicht auf Drogen und Genußmittel. In der Hatha-Yoga-Praxis hat dort die sogenannte "Rishikesh-Reihe" ihren festen Platz; eine feste Abfolge von zwölf klassischen Haltungen (asanas), zu der etwa der "Kopfstand" (shirshasana) oder auch das "Dreieck" (trikonasana) gehören.
Bikram-Yoga
Bikram-Yoga ist eine markengeschützte Hatha-Yoga-Methode, die von dem in den USA lebenden Inder Bikram Choudhury (*1946) entwickelt wurde und heute weltweit anzutreffen ist.
Praxis: In einem 35-40 Grad warmen Raum wird eine feststehende Abfolge von 26 klassischen Körper- und Atemübungen praktiziert, weshalb diese schweißtreibende Methode im angelsächsischen Raum auch gerne als "Hot Yoga" bezeichnet wird. Die Abfolge beginnt mit einer Tiefenatmung ("Pranayama Series"), führt über Haltungen wie "Waage", "Kobra", "Heuschrecke" etc. und endet mit der sogenannten "Feueratmung durch den Mund" (eine Form von kapalabhati). Die hohe Raumtemperatur soll das Arbeiten mit Muskeln, Sehnen und Bändern erleichtern und – durch das starke Schwitzen eine Entgiftung des Körpers fördern.
Da mit dieser Art des Trainings eine hohe Anforderung an den Kreislauf einhergehen kann, raten manche Experten von einer Unterrichtsteilnahme für Ungeübte ab.
Lach-Yoga
Lach-Yoga ("Hasya-Yoga") geht auf den indischen Arzt Dr. Madan Kataria (*1955) zurück. Dieser begann 1995 sogenannte "Yoga-Lachclubs" ("Laughter Yoga Clubs") zu gründen, die in Mumbai (früher: Bombay) ihren Anfang nahmen und sich inzwischen weltweit ausgebreitet haben.
Praxis: Ziel der Praxis des Lach-Yoga ist es, bei allen Teilnehmenden ein "grundloses Lachen" hervorzurufen. Dazu werden einerseits Klatschbewegungen und andererseits Dehn- und Atemübungen (aus dem traditionellen Hatha Yoga) kombiniert. Diese Übungspraxis soll in einem ersten Schritt den Körper lockern und den Geist aufheitern. In einem zweiten Schritt erfolgt meist ein spontanes Lachen, das durch die gemeinsame Stimmung in der Gruppe angeregt wird. Diese Phase der Praxis ist noch durch einzelne Übungen gekennzeichnet, bei der das gemeinsame Lachen durch den/die Übungsleiter/in auch wieder gestoppt wird. Ein dritter Schritt führt zu dem sogenannten "freien Lachen", das oft minutenlang anhalten kann und sehr befreiend wirkt. Lach-Yoga wird vor allem von älteren Menschen praktiziert, steht aber allen Interessierten offen. "Die Ergebnisse der Lachforschung (Gelotologie) deuten darauf hin, dass Lachen gesund ist und das allgemeine Wohlempfinden steigert.
Yesudian-Yoga
Yesudian-Yoga bezeichnet eine Tradition, die von dem Südinder Selvarajan Yesudian (1916-1998) und der Ungarin Elisabeth Haich (1887-1994) begründet wurde. Beide hatten bereits vor dem zweiten Weltkrieg in Budapest eine Yoga-Schule eröffnet, die ihre Tätigkeit ab 1949 in die Schweiz verlagerte. In den 50er und 60er Jahren war dieser Stil vor allem im deutschsprachigen Raum prägend.
Praxis: Das bereits in dem Bestseller "Sport + Yoga" (1992 in der 31.Auflage) niedergelegte Übungssystem basiert auf folgenden Prinzipien: Der Lehrende leitet die Übungen, die aus klassischen Haltungen, Atempraxis und Meditation bestehen, mündlich an. Die Schüler folgen den Ansagen möglichst mit geschlossenen Augen, um eine nach Innen gerichtete Stimmung zu erleichtern. Gleichzeitig sollen die ausgeführten Haltungen visualisiert werden, um auch den Geist konstruktiv in das Geschehen einzubinden. Zum Abschluss jeder Übung spricht der Lehrende eine positive Affirmation (eine sogenannte "Bekräftigungsformel"). Yesudian-Yoga ist eine spirituell ausgerichtete und eher lehrerzentrierte Methode, die auch von älteren Personen und Menschen mit körperlichen Einschränkungen geübt werden kann. Voraussetzung ist jedoch eine Offenheit gegenüber dem Geführt-Werden im Gruppenunterricht.
Dr. Christian Fuchs ist als Sohn von Rudolf Fuchs, der bereits 1965 die "Yoga-Schule Stuttgart" gründete, schon mit Yoga aufgewachsen. Er studierte an der Universität Tübingen die Fächer Indologie, Religionswissenschaft und Philosophie. Gleichzeitig absolvierte er seine Yogalehrer Ausbildung und begann 1983 nach seinem Studium Abschluss mit der Tätigkeit als Yogalehrer. Seine Promotion über das Thema: "Yoga in Deutschland" erschien 1990 auch als Buch beim Kohlhammer-Verlag in Stuttgart.
Neben dem Aufbau und Leitung des "Instituts für Yoga-Forschung" (IYF) war er zwischen 1991 und 2000 Vorstandsmitglied des "Berufsverbandes der Yogalehrenden in Deutschland" (BDY) und Ressortleiter der BDY-Öffentlichkeitsarbeit.
Zusammen mit seinem Kollegen Stefan Delfs eröffnete er 1993 "Yoga-Zentrums Stuttgart". 4 Jahre später entstand die "Yoga-Akademie Stuttgart" (YAS) zusammen mit Kerstin Fuchs, in der die vierjährige BDY-Yogalehrausbildung absolviert werden kann. Seit 1999 ist die "Yoga-Akademie" in Bad Boll untergebracht.
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