Zwei blonde Frauen sitzen in Meditationshaltung auf einem Steg am Meer
20.02.2026 NEUE WEGE Team

Pratyāhāra

das Zurückziehen der Sinne

 

Pratyāhāra beschreibt im Yoga das bewusste Zurückziehen der Sinne von äußeren Reizen. Die Aufmerksamkeit richtet sich nach innen, der Geist löst sich schrittweise von Ablenkungen. Pratyāhāra bildet die 5. Stufe im achtgliedrigen Pfad des Yoga nach Patañjali und markiert den Übergang von der äußeren zur inneren Praxis.

 

Meditierende Frau

Was bedeutet Pratyahara?

Der Begriff stammt aus dem Sanskrit:

  • prati – zurück, entgegen
  • āhāra – Aufnahme, Nahrung

Wörtlich lässt sich Pratyahara als „Rückzug von dem, was wir aufnehmen“ verstehen. Gemeint ist das Loslösen der Sinnesorgane (Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Tasten) von ihren Objekten.

Pratyahara im Yoga Patañjalis

Im klassischen Yoga folgt Pratyahara auf:

  1. Yama (ethische Grundlagen)
  2. Niyama (persönliche Disziplin)
  3. Āsana (Körperhaltungen)
  4. Prāāyāma (Atemlenkung)

Erst wenn Körper stabil und Atem ruhig sind, wird das Zurückziehen der Sinne möglich. Pratyahara bereitet die nächsten Stufen vor.

Was geschieht bei Pratyahara?

Im Alltag reagieren die Sinne permanent auf äußere Reize. Geräusche, Bilder oder Gedankenketten ziehen die Aufmerksamkeit nach außen.

Pratyahara unterbricht diesen Automatismus:

  • Reize werden wahrgenommen, aber nicht verfolgt
  • Die Identifikation mit Sinneseindrücken nimmt ab
  • Der Geist sammelt sich
  • Innere Ruhe entsteht

Es ist kein „Abschalten“, sondern ein bewusstes Umlenken der Wahrnehmung.

 

Frau mit geschlossenen Augen am Meer AdobeStock - Julien L. BalmerStocksy

Wie wird Pratyahara praktiziert?

  1. Über den Atem
    Sanfte Atembeobachtung lenkt die Aufmerksamkeit von außen nach innen.
  2. Über Körperwahrnehmung
    Body-Scan oder das Spüren einzelner Bereiche lösen den Fokus von äußeren Eindrücken.
  3. Über Sinnesreduktion
    Geschlossene Augen, Stille oder Rückzug unterstützen den Prozess.
  4. Über Meditation
    Geführte Innenschau oder Konzentrationsübungen fördern die Distanz zu Reizen.

Wirkung von Pratyahara

Eine regelmäßige Praxis kann:

  • Reizüberflutung reduzieren
  • Stressreaktionen abschwächen
  • Konzentrationsfähigkeit verbessern
  • Meditation vertiefen
  • emotionale Stabilität stärken

Pratyahara wirkt damit wie ein mentaler Reset zwischen Außenwelt und Innenwelt.

 

Pratyahara ist die Kunst, die Sinne nicht von der Welt abzuschneiden, sondern die Herrschaft über die eigene Aufmerksamkeit zurückzugewinnen. Als 5. Stufe im Yoga Weg öffnet es den Zugang zu Konzentration und Meditation und schafft die Voraussetzung für echte Innenschau.

 

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